AfD kam durch den Hintereingang

29. Mai 2017

Aus Angst davor, erkannt zu werden schlichen sich die Gäste des AfD-Wahlkampfauftakts durch die Hintertür bzw. den Notausgang des Heroldsberger Bürgersaals in die Veranstaltung. Bisher wurde es allen Vereinen immer untersagt, diese Tür als Eingang für Veranstaltungen zu nutzen.

Mit ihren Beschlüssen, jegliche politische Aktivität zu unterbinden (Kundgebungsverbot auf Rathaus- und Partnerschaftsplatz, Verbot der Nutzung der Informationstafeln am Festplatz, Reduzierung der Informationsmöglichkeiten im Heroldsberger Heimatblatt auf praktisch Nichts [nicht einmal ein Ausflugsprogramm darf dort von politischen Parteien kommuniziert werden]) konterkarieren die Heroldsberger Kommunalpolitiker Demokratie mehr als es eine AfD mit eigenen Mitteln jeweils könnte. Gab es in Heroldsberg früher einmal eine lebendige Demokratie wendet sich nun der Betrachter mit Grausen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass sich doch ca. 100 Bürgerinnen und Bürger kurzfristig zur Kundgebung einfanden. Zehn Rednerinnen und Redner haben sachlich und argumentativ das Wahlprogramm der AfD auseinandergenommen.
MdB Martina Stamm-Fibich die Frauen- und Familienpolitik
MdL Alexandra Hiersemann die Religions- und Weltanschauungsfreiheit
Stellvertretender Landrat Christian Pech die Sozialpolitik
SPD-Kreisvorsitzender Fritz Müller das Thema Nationalismus
Vom Bund Naturschutz Herbert Fuehr die Umwelt- und Atompolitik
Frank Riegler vom DGB und der Aktion Courage e.V. die Wirtschaftspolitik
Ein Vertreter der Allianz gegen Rechtsextremismus in der Metropolregion Nürnberg zum Thema Nationalsozialismus
Rüdiger Löster von Endstation Rechts die Migrations- und Flüchtlingspolitik
Auf den Punkt brachte das Veranstaltungsthema Andreas Hänjes, Sprecher der SPD-Kreistagsfraktion und Mitglied der Polizeigewerkschaft mit folgendem von ihm verfassten Gedicht:
Warum gehst Du dahin?
Ich gehe dahin für Euch alle als ein Zeichen
Die Demokratie lassen wir nicht aufweichen
Ich gehe dahin um es allen zu zeigen
Der letzte Mist, ist ständig schweigen
Ich geh dahin, weil ich nicht alleine bin
Ich geh dahin, die Freiheit steht auf dem Spiel
Ich geh dahin hin um Euch zu warnen
Das Böse tut sich hier als Alternative tarnen
Ich geh dahin, damit ich die wahren Demokarten höre
Ich geh dahin, weil ich die falschen Demokraten störe
Ich geh dahin als meiner Kinder Vater
Ich geh dahin weil ich mir Sorgen, mach' um morgen
Ich geh dahin als Sohn
Meine Väter kennen die Kriege schon
Ich gehe dahin, frohgemut, jetzt kann ich es noch machen
Gehe ich nicht, vergeht mir bald das Lachen
Ich gehe dahin ohne Waffen nur mit Worten
Ich geh dahin ohne Aggression,
weil, was hilft das schon
Ich gehe dahin, weil jetzt ist die Zeit
Die Antidemokraten sind immer bereit
Ich gehe dahin, weil ich ein freier Europäer bin
Ich geh dahin um die Freiheit zu bewahren
Ich gehe dahin, das ist mein Recht
Mach ich es nicht, bin ich bald Knecht
Ich gehe dahin, weil ich nicht einverstanden bin
Mit Rassenhetze und dem anderen Unsinn
Ich gehe dahin, weil andere es auch tun
Ich gehe dahin, ich darf mich nicht ausruh'n
Ich geh dahin als kleiner Mann
Ich gehe dahin, weil es auch der Kleinste kann

Und sollten wieder Feinde der Freiheit sich irgendwo zusammen tun
So lass uns niemals in unserem Bemühen ruh'n
Höre ich von Euch in diesem Sinn

Ich geh dahin
Andreas Hänjes, am 26.05.2017 in Heroldsberg

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